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- Veröffentlicht am Freitag, 21. November 2014 16:33
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Bail in - Bankenrettung mit Anlegergeldern
Bail In - ist ein Begriff aus der Finanzwirtschaft. Er bezeichnet die Beteiligung von Gläubigern ( Sparern, Anlegern, Aktionären ) einer Bank, bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieser.
Die Bezeichnung ist von Bail-out, der Schuldenübernahme und Tilgung oder Haftungsübernahme durch Dritte abgeleitet.
Wer dies für graue Theorie hält, sollte nach der Mittelmeerinsel Zypern schauen. Dort wurden Mitte 2013 Sparguthaben von über 100.000.- Euro zur Bankenrettung herangezogen. Von Beträgen über 100.000.- Euro, wurden 30 - 47,5 % per Gesetz eingezogen. Die beiden Kreditinstitute Bank of Cyprus und die Laikibank, waren vor allem durch grieschische Staatsanleihen in Schwierigkeiten geraten.
Zypern vereinbarte mit dem Internatiolanen Währungsfonds und der europäischen Zentralbank (EZB) einen Hilfskredit über 10 Milliarden Euro. Im Gegenzug sollte der Inselstaat etwa 13 Milliarden Euro beisteuern. Nachdem eine Vermögensabgabe auf alle Sparkonten zu wütenden Protesten der Sparer führte, wurde eine Vermögensabgabe von 30 - 47 % auf Einlagen über 100.000.- Euro durchgesetzt.
Zypern wird als Testfall auch für andere Länder der EU gesehen. So plant Spanien eine Zwangsabgabe für alle Sparguthaben von 0,03 %. Im Herbst 2013 machte der IWF den Vorschlag einer 10% Zwangsabgabe auf alle Vermögen in der Euro-Zone, um so die Staatsschulden nachhaltig zu senken.
